smart materials, architecture, interior, technical textiles, natural resources

Shifting Stone

Malu Lücking, Jack Randol, Rebecca Schedler
Semesterprojekt im Rahmen des Projekts SteinWeich
Betreuung: Prof. Christiane Sauer, Agata Kycia

Kooperationspartner:
DBF Deutsch Basalt Faser GmbH
Sächsisches Textilforschungsinstitut (STFI) e.V.
Alterfil Nähfaden GmbH

 

Basalt ist im architektonischen Kontext vor allem als Steinbelag verbreitet. Schmilzt man
das vulkanische Gestein bei ca. 1.400 °C, lassen sich aber auch Filamente, also Endlosfasern, aus dem Material herstellen. Diese werden zu Rovings, Garnen oder Geweben weiterverarbeitet und für technische Anwendungen wie z.B. als Verstärkung in Kompositmaterialien genutzt.

Als natürliche Ressource bieten Basaltfasern viele Vorteile: die Vorkommen sind riesig, denn der größte Teil der Erdkruste besteht aus Basaltgestein und sie können voll recycelt werden. Gute mechanische, thermische und UV-Beständigkeit machen das Material für viele Anwendungen attraktiv.

In dem Entwurfsprojekt „SteinWeich“ wurden experimentelle textile Basaltstrukturen und Oberflächen entwickelt und umgesetzt. Der Titel „SteinWeich“ referenziert die
unterschiedlichen Aggregatzustände des Materials: zunächst flüssige Lava, dann erstarrt, tausende Jahre später wieder aufgeschmolzen und zu weichen Fasern bzw. textilen industriellen Geweben verarbeitet, die nun innerhalb des Projektes manipuliert, zum Teil wieder verhärtet oder mit anderen Materialien verbunden wurden.

Für Shifting Stone wurden industrielle Basaltgewebe manipuliert, um eine spezielle Musterung, Beweglichkeit und Transparenz der Fläche zu erlangen. Mehrere Gewebeschichten sind zu einer dreidimensionalen Textilstruktur gefügt, die durch gegenläufiges vertikales Verschieben geöffnete und geschlossene Zustände erzeugt. Diese dynamisch sich wandelnde Fläche kann als adaptives textiles Sonnenschutzelement im Kontext großer architektonischer Glasflächen verwendet werden.

Das Material ist nicht nur brandhemmend und UV-beständig, es inszeniert darüber hinaus die Farbe und „haarige“ Materialität des Naturmaterials Basalt.