Schwerpunkte

Schwerpunkt “Soft Technologies“, Leitung: Prof. Dr. Zane Berzina
Der Schwerpunkt “Soft Technologies” eröffnet neue Potenziale für eine zukunftsweisende und praxisorientierte Designforschung mit besonderem Fokus auf Textil und Materialinnovation an der Schnittstelle von Technologie, Wissenschaft, Handwerk und Kultur. Der fruchtbare Raum zwischen diesen traditionell meist getrennten Bereichen und die möglichen wechselseitigen Synergien der verschiedenen Disziplinen bilden den besonderen Anreiz und zugleich den allgemeinen Rahmen für unsere Untersuchungen. Diese Herangehensweise aktiviert und fördert interdisziplinäre Designforschung und -praktiken in enge Zusammenarbeit mit Experten aus der Forschung, Industrie, Akademia und Kultur, und nimmt dabei verschiedene Herausforderungen und Bedürfnisse unserer Gesellschaft und Umwelt in den Blick.
Im Zentrum steht die gestalterisch-wissenschaftliche Untersuchung von zukünftigen Textilien und Materialien in Verbindung mit ihrer gleichzeitigen praktischen Erforschung. Aus verschiedenen Perspektiven werden gesellschaftliche Veränderungen und Bedürfnisse adressiert, von Nachhaltigkeit, sozialen Aspekten, Well-being und Gesundheit bis hin zu hochtechnologischen Entwicklungen; Handwerk wird mit digitalen Technologien verschmolzen, die Felder von Computer-Mensch-Interaktion und Ubiquitärem Computing in Bezug zu E-Textile-Praktiken erkundet oder neue Materialien mit Hilfe biotechnologischer Methoden gezüchtet.
Mit den Methoden des Design Thinking untersuchen wir die zukünftigen Möglichkeiten, die sich durch Soft Technologies, textile Kulturen und Materialinnovationen eröffnen, um innovative haptische Schnittstellen für den Körper und seine verschiedenen Umgebungen zu entwickeln. Unsere Forschungs- und Postgraduiertenprojekte umfassen ein breites Spektrum von Anwendungen, darunter Interior und Produktdesign, Mode und Bekleidung, Sounddesign, Systemdesign, nachhaltige Innovation sowie Wissenschafts- und Technologiekommunikation auf Basis von Designmethoden.
Schwerpunkt: “Funktionale Flächen und aktive Materialien im räumlichen Kontext”, Leitung: Prof. Dipl.-Ing. Christiane Sauer
Ziel des Forschungsschwerpunktes ist die Entwicklung und Implementierung nachhaltiger Materialstrategien im Kontext von Raum, Gebäude und Fassade mit Fokus auf aktive und adaptive Systeme, Leichtbaustrukturen und energetisch wirksame Oberflächen. Hierbei werden funktionale Flächen für den architektonisch-räumlichen Kontext entwickelt, die Material, Technologie und Gestaltung vereinen.
Materialeigenschaften und Materialgeometrien sind integraler Bestandteil des Forschungsansatzes. Sie sind hierbei keine feste Konstante, sondern können sich durch Fügung der inneren Komponenten verändern. Insbesondere Textil- und Faserbasierte Materialien bieten aufgrund ihrer offenen Konstruktion die Möglichkeit, Eigenschaften in der Fläche gezielt zu konfektionieren und Bauteile zu funktionalisieren. Das Hochskalieren textiler Fügungen wie gewebter, geflochtener oder maschenartiger Strukturen, sowie die Entwicklung faserartiger Flächenkomponenten bieten jenseits des Membranbaus neue Möglichkeiten der Implementierung von textiler Technologie in den räumlichen Kontext. Flexible und „weiche“ Konstruktionen eröffnen neue Potentiale für anpassungsfähige Architekturen.
Aktive, adaptive und wandelbare Materialisysteme können auf äussere Bedingungen reagieren, um z.B. energetisch wirksame Oberflächen für Räume und Gebäude zu schaffen. Mit besonderem Fokus auf technische Textilien, „smart materials“ und Biomaterialien werden neue Gestaltungsansätze für aktive Oberflächen exploriert, die durch interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern aus Ingenieurs- und Naturwissenschaften, Materialindustrie und -forschung, sowie architektonischer Praxis befördert werden.